Ganz ehrlich : Ich höre diese Frage ständig. Beim Kaffee, im Coworking-Space, sogar im Wartezimmer beim Zahnarzt. „Brauche ich jetzt einen Mediator oder doch gleich einen Anwalt ?“ Und ich verstehe die Verwirrung. Beide haben mit Konflikten zu tun, beide sitzen oft an Tischen mit angespannten Gesichtern. Aber ihre Rollen ? Total unterschiedlich. Und der Moment, wann man wen einschaltet, macht oft den Unterschied zwischen Lösung und jahrelangem Stress.
Im Kern geht es um das hier : Willst du reden und eine Lösung finden – oder musst du deine Rechte knallhart durchsetzen? Manchmal ist das glasklar. Manchmal eben nicht. Viele holen sich in dieser Phase erst einmal Orientierung, zum Beispiel über https://www.avocat-conseiljuridique.fr, um zu verstehen, was juristisch überhaupt auf dem Spiel steht, bevor sie eine Entscheidung treffen.
Der Mediator : kein Richter, kein Anwalt, eher ein Übersetzer
Ein Mediator entscheidet nichts. Wirklich nichts. Das überrascht viele. Ich habe mal neben einer Mediation gesessen, in einem kleinen Raum in Köln, Blick auf einen grauen Innenhof, irgendwo lief eine Kaffeemaschine. Zwei Geschäftspartner, zehn Jahre Zusammenarbeit, komplett zerstritten. Der Mediator ? Ruhig, fast zu ruhig. Er hat zugehört. Viel. Hat Fragen gestellt, manchmal fast banal. „Was ärgert Sie daran eigentlich genau ?“ – Stille. Lange Stille.
Und genau das ist sein Job. Er hilft, Interessen sichtbar zu machen. Nicht Positionen. Kein Gewinner, kein Verlierer. Mediation passt gut bei Scheidungen ohne Rosenkrieg, Nachbarschaftsstreit, Erbfragen oder internen Konflikten im Unternehmen. Und ja, das Ganze ist meist günstiger und deutlich schneller als ein Gerichtsverfahren. Aber nur, wenn beide Seiten wirklich wollen.
Der Anwalt : wenn es ernst wird, richtig ernst
Ein Anwalt ist nicht zum Plaudern da. Er ist da, um deine Rechte durchzusetzen. Punkt. Er kennt Gesetze, Fristen, Risiken – und glaubt mir, Fristen sind gnadenlos. Ich habe mal erlebt, wie ein Anwalt um 23:40 Uhr noch Unterlagen beim Gericht eingereicht hat, fünf Minuten vor Ablauf. Schweiß auf der Stirn, pure Konzentration. Kein Film, Realität.
Sobald es um Geld, Verträge, Haftung, Kündigungen oder Schadenersatz geht, wird ein Anwalt fast unverzichtbar. Vor allem dann, wenn die Gegenseite schon juristisch aufgerüstet hat oder du offizielle Post vom Gericht bekommst. Dann ist Abwarten meistens die schlechteste Idee.
Wann Mediation Sinn macht – und wann besser nicht
Ich finde, Mediation ist unterschätzt. Vielleicht, weil sie leise ist. Kein Drama, keine Robe, kein Richterhammer. Aber sie funktioniert nur, wenn noch Gesprächsbereitschaft da ist. Wenn man sich zumindest noch zuhören kann, ohne innerlich die Tür zuzuschlagen.
Nicht geeignet ist Mediation bei Gewalt, bei massiver Machtungleichheit oder bei klaren Rechtsverstößen. Da wäre es ehrlich gesagt naiv, auf „wir setzen uns mal zusammen“ zu hoffen. In solchen Fällen braucht es klare rechtliche Schritte.
Kann man Mediator und Anwalt kombinieren ?
Ja. Und das ist oft sogar sehr klug. Erst Mediation, um Zeit, Geld und Nerven zu sparen. Und parallel oder danach einen Anwalt, um rechtlich sauber abgesichert zu sein. Viele Unternehmer machen genau das. Erst reden, dann prüfen lassen, ob das Ergebnis auch rechtlich hält.
Persönlich finde ich : Das ist häufig der beste Weg. Nicht immer, klar. Aber öfter, als man denkt.
Die wichtigste Frage zum Schluss
Willst du eine einvernehmliche Lösung – oder brauchst du rechtlichen Schutz? Klingt simpel, ist aber entscheidend. Und wenn du unsicher bist : Das ist völlig normal. Wichtig ist nur, nicht zu lange zu warten. Konflikte lösen sich selten von selbst. Meist werden sie nur teurer.
Mediator oder Anwalt ? Manchmal ist die richtige Antwort : erst der eine, dann der andere. Und manchmal merkt man es erst, wenn man anfängt zu handeln.
